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Mentaltraining: Unterstützung der Rehabilitation

Aktualisiert: 27. Jan. 2023

Die Wurzeln des Mentaltraining reichen bis ins alte Ägypten (3000 v. Chr.) zurück und bekannt wurde es anfangs im 19 Jahrhundert durch den Sport. In Amerika wurde bereits in den 1960-er und 1970-er Jahren die mentale Fähigkeiten im Businessbereich eingesetzt und später wurden diese Techniken im europäischen Bereich bekannt.

In den 1970-er Jahren begannen Sportler Bewegungsabläufe gedanklich durchzuspielen und verankerten so definierte Ziele in ihr Unterbewusstsein. Dabei wird der Weg zum Ziel genauestens analysiert und im Gehirn abgespeichert. Erst im Jahr 2006 hat Jürgen Klinsmann (ehemaliger Deutscher Fußball Nationaltrainer) das Mentaltraining in sein Trainingsprogramm aufgenommen und wurde mit seiner Methode Weltmeister. Das war im europäischen Raum der Durchbruch für das Mentaltraining.



Aber nicht nur beim Sport, sondern auch im Business (Büro)- & Gesundheitsbereich bekam Mentaltraining immer mehr Bedeutung. Das, was im Sport funktioniert, funktioniert auch in privaten Bereich oder in Unternehmen.

Beim mentalen Training handelt es sich dabei, zum richtigen Moment die optimale Leistung abzurufen. Das kann beim Sport oder eben bei anderen Lebenssituationen oder Lebensrollen (z.B. bei Beziehungen, Kinder, Senioren, Eltern, Führungskräfte, Krankheiten, Trauer usw.…) sein.


Mentaltraining ist für die Gesellschaft wichtig und der Erfolg ist schnell Sicht.-& messbar. Mentaltraining verfolgt das Ziel durch den gezielten, systematischen und bewussten Einsatz der Gedanken und Gefühle, das eigene Ressourcenpotenziale optimal zu nutzen. Das bedeutet auch, dass zuvor ein Ziel oder Ziele ausgearbeitet und klar definiert werden müssen.


Mentaltraining


Die Heilungszeit von Verletzungen oder Krankheiten kann durch verschiedene mentale Techniken verkürzt werden. In den Rehazentren setzt man daher immer mehr auf die mentale Gesundheit, denn der Genesungsprozess beginnt im Kopf. Doch viele Genesungsprozesse finden nicht in Rehazentren statt, daher ist es wichtig, mit mentaler Stärke in seinen eigenen 4-Wänden auf seine Genesung zu konzentrieren.

Eine Verletzung oder eine Operation, aber auch z.B. Long-Covid bedeutet für den Körper Stress. Stress kann jedoch die Heilung behindern und dagegen können Sie entsprechend gegenwirken, indem Sie sich entsprechend mentale Werkzeuge aneignen.



Wie Stress die Heilung behindert

Fühlen wir uns bedroht und sind Stress ausgesetzt, passieren interessante Dinge im Körper. Um uns zu schützen, werden hohe Mengen an physischer und psychischer Energie aus den Reserven abgezogen. Früher nutzten wir diese Energie, um unser Leben zu retten (Rettung vor dem Säbeltiger).

Heute gibt es weniger äußere Bedrohungen, jedoch mehr innere Belastungen, wie etwa ein anstehendes Gespräch mit dem Chef. Auch Verletzungen sind Auslöser für Stress. Unser Körper kontert mit einer Stressreaktion. Sie ist kurzzeitig und wichtig, um unser Überleben zu sichern. Für eine schnelle Heilung sind solche Stressreaktionen allerdings längerfristig weniger hilfreich.



Das passiert im Körper, wenn man Stress ausgesetzt ist


Phase 1 – Alarm:

  • Ausschüttung von Hormonen: Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol zur Aktivierung des Nervensystems (Sympathikus)

  • Zucker und Fettfreisetzung zur Energienutzung

  • Blutdruck und Pulserhöhung

  • Atemfrequenz steigt an

  • Muskelspannung nimmt dort zu, wo sie gebraucht, wird

  • Verminderte Durchblutung der inneren Organe

  • Körpertemperatur steigt an, Schwitzen

  • Verminderte Schmerzwahrnehmung

  • Hirndurchblutung verändert sich, Muster zur schnellen Lösung werden gesucht, Fehlerquote steigt aber an

  • Emotionen: Angst, Wut, Ärger, Fight or Flight


Phase 2 – Resistenz: Ist der Stress langanhaltend und keine Lösungen in Sicht, ist unser Körper bemüht eine Gegenreaktion zu starten. Er sucht Balance, um den hohen Energieverbrauch zu stabilisieren. Dazu muss das beruhigende Nervensystem angesteuert werden (Parasympathikus). Es erfolgt eine Aktivierung der Magen-Darmtätigkeit. Das Immunsystem wird gedrosselt.


Phase 3 – Erschöpfung: Durch den hohen Energieverbrauch kommt es zu Engpässen in der Anlieferung. Das Immunsystem setzt weiter aus, entzündliche Prozesse werden gefördert. Wachstums– und Entwicklungsprozesse sind gestört. Langzeitfolgen können entstehen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Zuckerkrankheit (Diabetes) etc. Physisch sind drei Wundheilungsphasen, die je nach Körpergewebe unterschiedlich lange dauern, wichtig:


  1. Entzündungsphase: Blutstillung und Gerinnung setzt ein, Abbau von defektem Gewebe durch das Immunsystem

  2. Proliferationsphase: Gefäßneubildung für Transport von Nährstoffen, Sauerstoff;

  3. Remodulationsphase: weitere Verstärkung des Gewebes;


Diese mentalen Techniken helfen

Die Heilungszeit von Verletzungen kann durch verschiedene mentale Techniken verkürzt, also optimiert werden. Als besonders effektiv erweist sich eine Kombination aus Visualisierungen, Entspannung und Selbstgesprächen.


Informationen: Auch die Vermittlung von Informationen kann den Heilungsprozess fördern. Je besser der Patient/Klient die physischen Abläufe seines Körpers nach einer Verletzung kennt und je mehr individuelle Strategien er für die Stressbewältigung hat, umso optimaler läuft die Wundheilung im verletzten Gebiet ab.


Entspannungsübungen:

Entspannungsübungen helfen dabei, den Parasympathikus (das beruhigende Nervensystem, das unter anderem für die Erholung zuständig ist) zu stimulieren. Die Atmung beruhigt sich, Sauerstoff und Nährstoffe können besser an die verletzte Stelle gelangen. Die verbesserte Durchblutung im verletzten Gebiet hilft die Zellregeneration zu verbessern. So normalisiert sich der Hormonhaushalt und das Immunsystem wird gestärkt. Die Energie kann für die Heilung eingesetzt werden. Auch Yoga und Meditation können gut helfen.


Schmerzlindernde Visualisierungen:

Leuchten wir mit einer Taschenlampe in die Dunkelheit, sehen wir nur die angeleuchteten Dinge. Die Größe des Ausschnitts hängt von der Ausleuchtung ab. Stellen wir diesen größer ein, wird jedes Ding weniger hell beleuchtet, dafür werden mehrere Dinge gleichzeitig sichtbar. Wir haben die Fähigkeit, uns auf einzelne Dinge zu konzentrieren und unsere Aufmerksamkeit zu steuern. Der Verletzte lernt demnach, seine Sinne zu schärfen und die Verletzung manchmal auszublenden oder die Heilung zu unterstützen.



Entspannung ist messbar

Messungen der Atemfrequenz, Pulszahl und des Hautleitwiderstandes geben Aufschluss über die Entspannungsfähigkeit des Betroffenen. Bein einem Sportler ist z.B. der Ruhepuls bei etwa 40-60 Schlägen pro Minute, die Atemfrequenzen eines Erwachsenen bei circa 12-15.

Subjektiv lassen wir den Verletzten auch nach der Sequenz eine Skala von 1 (völlig entspannt) bis 5 (absolut unentspannt) ausfüllen. Bedingt durch die vermehrte Schweißabsonderung der Haut sinkt der Hautleitwiderstand mit steigender emotionaler Aktivität. Dies lässt sich mit Elektroden messen. Therapeuten sind davon überzeugt, dass eine Zusammenarbeit zwischen Physiotherapie und Mentaltraining für die verletzte oder kranke Person das Einbeziehen von mentalen Techniken zur Rehabilitation sehr erfolgsversprechend ist.




Zusammengefasst

Unabhängig, ob es sich um eine Sport, Krankheit oder einer Unfallverletzung handelt, der Genesung-Verlauf ist mit mentaler Stärker schneller und effektiver. Daher ziehen Sie zu einer Physiotherapie einen Mentaltrainer hinzu.

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